GRÜNDERSTORY: Mittelgrün Reisen – Kultur ist k(ein) Reisebüro!

©Mittelgrün Reisen/Marcus Lieder/Im Bild: Die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ Lena Stoppe und Eric Lubadel.
Die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ Lena Stoppe und Eric Lubadel.
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Eric Lubadel und Lena Stoppe sind selbst Musiker. Ihr Credo: die Musikindustrie muss sich ändern! Jungen Newcomern werden alte Geschlechterrollen und allgemeinen Glaubenssätzen vermittelt, die hohen Erfolgsdruck und wenig Nachhaltigkeit mit sich bringen.
  • Die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ wollen daran etwas ändern. Sie arbeiten mit jungen Artists, bieten Musikworkshops und Veranstaltungen an.
  • Zur Realisierung ihrer Geschäftsidee haben Sie die Beratungsleistung des ThEx und der IHK in Anspruch genommen.

Wer sind die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ und wo liegt die Geschäftsidee?

Wir sind Eric Lubadel und Lena Stoppe – und tatsächlich kein Reiseunternehmen. „Mittelgrün Reisen“ setzt einen neuen nachhaltigen Mittelpunkt für die bundesweite Kunst- und Kulturszene. In unseren Mentorings begleiten und bauen wir nachhaltig ambitionierte Musiker auf – eine zukunftsfähige Alternative zur bisherigen Musikwirtschaft. Für Erfurt und Thüringen entsteht mit uns ein bedeutender Anlaufpunkt für junge, ambitionierte Newcomer, die ihren Weg in die Musikindustrie nicht allein gehen wollen und auf Nachhaltigkeit setzen. Wir bieten mit unserem Unternehmen „Mittelgrün Reisen“ Musikworkshops, Input-Veranstaltungen und Seminare zu unterschiedlichen Themen an, in denen wir mit Kreativschaffenden in neue Richtungen denken.

Wie entstand Ihre Idee zum Unternehmen?

Wir sind selbst Musiker, haben schon vor – aber besonders mit – der Pandemie festgestellt, dass sich die Musikindustrie ändern muss. Die meisten Dinge sind viel zu kurzfristig gedacht, alles zielt auf schnelle Zahlen ab – sei es bei Live-Events, Spotify Streams oder Instagram Follower. Zudem ist die Musikwirtschaft in ihren Geschlechterrollen und allgemeinen Glaubenssätzen, die sie an junge Newcomer vermittelt, immer noch sehr veraltet. Wichtig ist: du musst heutzutage nicht auf Biegen und Brechen ein Label haben oder bei Universal landen.

Mitgründerin von „Mittelgrün Reisen“, Lena Stoppe.

Unser Ziel ist ein „Selfmade Musiker“ mit einer stabilen Vision, einem festen, loyalen Team und Umweltbewusstsein.

– Lena Stoppe, Gründerin von „Mittelgrün Reisen“

Wenn diese drei Punkte stehen, kann man das Projekt langfristig wirtschaftlich aufbauen und auch wirtschaftlich bleiben, ohne direkt wieder einzubrechen, weil der Druck zu hoch ist. Wir sparen mit dieser langfristigen Sichtweise eine Menge Ressourcen und stabilisieren unsere mentale und körperliche Gesundheit.

Wie sind Sie speziell auf diesen Unternehmensnamen gekommen?

Wir sind uns unserer Heimat treu geblieben. Der Name nimmt Bezug auf unsere Herkunft Mittelthüringen und das „Grüne Herz Deutschlands“. Zudem steht die Farbe Grün für Nachhaltigkeit. Reisen ist ja immer auch eine Selbsterkundungsphase. Zudem wird berufsbedingt in der Musik auch viel gereist. Da war für uns der Name „Mittelgrün Reisen“ selbstverständlich.

Wie war Ihre Gründungsphase?

Sehr netzwerkorientiert – wir sind eigentlich immer noch am Gründen, auch wenn es uns „offiziell“ schon seit Mai 2021 gibt, weil wir immer neu dazulernen. Wir haben von Anfang an mit diversen Menschen der Szene gesprochen, immer wieder Verbindungen geknüpft und Feedback eingeholt. Für uns ist das ein grundlegender Wert einer zukunftsfähigen Kreativwirtschaft. Es gibt keine Konkurrenz – wir können alle miteinander wachsen und voneinander profitieren.

Welche Unterstützung haben Sie sich eingeholt?

Mitgründer von „Mittelgrün Reisen“, Eric Lubadel.

Finanziell gesehen haben wir mit dem „Existenzgründerpass“ einen guten Start hinlegen können. Parallel dazu hat uns natürlich die IHK als Berater und das ThEx geholfen.

– Eric Lubadel, Gründer von „Mittelgrün Reisen“

Wir hatten eine tolle, engagierte Mentorin, die uns begleitet hat und teilweise immer nochmal spezifisch dazukommt bzw. uns in Veranstaltungen holt. Das Team ist bei uns alles – wir haben einen inoffiziellen dritten Kern, unser „Freund und Helfer“ Matthias Fritsche, der alles macht, was mit Grafik und Webgestaltung zu tun hat bei uns, der diverse Arbeiten für uns erledigt – und wir helfen ihm! Wir haben darüber hinaus eine tolle Praktikantin. Ein Beispiel dafür, dass Austausch ein Geschenk ist! Eigentlich hat von Beginn an das Ganze von uns geknüpfte Netzwerk voneinander profitiert, bis jetzt. Zusammen kann man großartige Aktionen starten!

Seit Kurzem haben wir zudem ein Mikrodarlehen von der Thüringer Aufbaubank erhalten und sind im Nachhaltigkeitsabkommen (NAT) Thüringen vertreten.

Was waren bisher die größten Hürden bei der Umsetzung?

Die alten Glaubenssätze der Musikindustrie, die in den Köpfen eingraviert zu sein scheinen. Ein guter Spruch von Eric war mal: „Die wollen immer Labels, Bookingleute und große Managements vermittelt bekommen und dann über Nacht berühmt werden. Ich glaube, die 90er haben angerufen – sie wollen ihre Slogans zurück“. So witzig das klingt, so anstrengend ist es für uns.

Wie sehen Ihre Pläne für die nächste Zeit aus?

Viele Workshops und Impuls-Veranstaltungen. Die Stadt fördert glücklicherweise gerade ein paar kulturelle Veranstaltungen von uns, wie z.B. „Girls like Us – hat Musik ein Geschlecht?“ (Veranstaltung vom 14. Juli 2022), in der es um die Rolle von Frauen in der Musikindustrie geht. Hierzu haben wir eine bekannte Musikerin eingeladen, um mit ihr im Panel-Format diverse Themen diesbezüglich zu diskutieren und danach ins Gespräch mit dem Publikum zu gehen. Außerdem organisieren wir unser nachhaltiges Netzwerk „Festival“, das nächstes Jahr vom 24. bis 26. August 2023 in Erfurt stattfindet. Und dann ist da noch immer die Arbeit mit tollen, ambitionierten Artists, die wir begleiten dürfen. Alle Veranstaltungen kündigen wir auf unseren Social Media Kanälen an – es lohnt sich, mal reinzuschauen!

Welche Tipps geben Sie Gründern mit auf den Weg?

Seid offen, denkt weiter als bis morgen, vernetzt euch und bleibt im Austausch (es gibt immer Verbindungen), redet miteinander, seid auch mal frech – und trotzdem respektvoll.

„Mittelgrün Reisen“ profitierte von der Existenzgründungshilfe der IHK Erfurt

Die Beraterin der Industrie- und Handelskammer Erfurt hat das Gründerteam bei den Formalien zum Thüringer Existenzgründerpass und zur BAFA-Beratungsförderung unterstützt. Dadurch konnten im Vorfeld für jedes Gründungsmitglied Steuer- und Rechtsberatungsleistungen sowie Seminare mit bis zu 1.500 Euro gefördert werden. Nach der erfolgreichen Gründung waren alle Voraussetzungen gegeben, um über das BAFA-Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ Zuschüsse für Beratungen durch Unternehmensberater abzurufen. Hier steht für Jungunternehmen eine Förderhöchstsumme von bis zu 3.200 Euro bereit, die Förderquote liegt bei 80 Prozent.

Kontakt:
Mittelgrün Reisen GbR
c/o Stoppe
Nordstraße 17
99089 Erfurt
E-Mail: kontakt@mittelgruenreisen.de
Tel.: 0361 / 679 609 50

www.https://linktr.ee/mittelgruenreisen
Bilder: https://www.marcuslieder.com

Die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ Eric Lubadel und Lena Stoppe.
©Mittelgrün Reisen/Marcus Lieder/Im Bild: Die Gründer von „Mittelgrün Reisen“ Lena Stoppe und Eric Lubadel.
Kontaktieren
Sie Ihren
IHK-Experten:
Josefine Kuck

Josefine Kuck

Tel: 0361-3484213

E-Mail: josefine.kuck@erfurt.ihk.de

Wir freuen uns auf Ihr Feedback zum WiMa

Klicken Sie hier für Lob & Kritik.

So kommen Sie ins WiMa.

Sagen Sie uns, was bei Ihnen los ist!

Jetzt unseren monatlichen
WiMa-Newsletter abonnieren und informiert bleiben.