Update zum Förderprojekt „ANeTT“: Strukturwandel in der Thüringer Automobilbranche schreitet voran

©gettyimages/onuma Inthapong/Das Projekt „ANeTT“ entwickelt Konzepte für Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Automobilindustrie.
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Das Förderprojekt „ANeTT“ unterstützt seit 2023 den Aufbau einer regionalen Struktur zur Stärkung der Transformationsfähigkeit der Thüringer Automobil- und Zulieferindustrie.
  • Erfahren Sie hier, welche weiteren Meilensteine für das fortlaufende Jahr geplant sind.
  • Erhalten Sie außerdem alle Informationen zum Beratungssprechtag am QTI-Knoten Gotha.

2023 startete das Förderprojekt „Automotive Netzwerk Transformation Thüringen“ – kurz: „ANeTT“. Ziel des Projekts ist es, den Wandel in der Thüringer Automobilindustrie aktiv zu gestalten. Es ist ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördertes Projekt. Nach einem erfolgreichen Start des Projekts 2023 wurden im Verlauf des Jahres bereits einige wichtige Ergebnisse erzielt. Auch 2024 geht es mit „ANeTT“ tatkräftig weiter.

Erfolgreicher Projektstart 2023

Zuständigkeitsbereiche Projekt ANeTT
©ANeTT/Zuständigkeitsbereiche Projekt „ANeTT“

Zum Projektstart im Februar 2023 wurde umgehend damit begonnen, das Projekt in allen Landkreisen der Pilotregion vorzustellen. Diese umfasst die besonders vom automobilen Wandel betroffenen Landkreise: Sömmerda, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen, Ilm-Kreis, Unstrut-Hainich und Gotha.

Hierbei fanden die Projektmitarbeiter viel Unterstützung durch die jeweiligen Wirtschaftsförderer der Landkreise und auch der Landräte. Bei diesen Gesprächen wurde die Zielstellung des Projekts erläutert und auch ersten Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtert. Ab April fanden die ersten Veranstaltungen statt. Neben vielen interessierten Unternehmen nahmen an den Events auch weitere wichtige Akteure, wie Vertreter der jeweiligen Arbeitsagenturen, Wirtschaftsförderungen und Sozialpartner, teil.

Die ersten Ziele des Projekts:

  • den Austausch und die Initiierung von Best-Practice-Lösungen zwischen Unternehmen befördern,
  • die Kontaktaufnahme mit Organisatoren von Lehrgängen ermöglichen und vereinfachen
    und
  • die aktive Netzwerkarbeit verschiedenster Akteure im Automotive-Bereich unterstützen.

Meilensteine, die 2023 erreicht wurden

Fünf neue Konzepte für Qualifizierungsmaßnahmen:

Neben der Erarbeitung der QTI-Knoten zählte auch die Erstellung von entsprechenden Konzepten für Qualifizierungsmaßnahmen zu den wichtigen Projektmeilensteinen des Jahres 2023. So konnten für die Landkreise 5 Themen „Fahrzeugkomponenten“, „Elektromobilität“, „Elektrik/ Elektronik“ und „Industrie 4.0/ Digitale Transformation“ herausgearbeitet werden. Für das Thema „Wasserstoff“ wird das bereits bestehende Konzept „Fachexperte für Wasserstoffanwendungen“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) genutzt, welches in Kooperation mit dem HySON-Institut in Sonneberg entwickelt wurde.

Die Regionale Transformationsstrategie:

Ein weiterer wichtiger Projektmeilenstein war die gemeinsam mit dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) und der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thüringen) erarbeitete „Regionale Transformationsstrategie“ (RTS). Hier werden der Auf- und Ausbau von Kompetenzen in den Chancenfeldern der Transformation analysiert und die Regionalisierung einer darauf ausgerichteten Standortprofilierung beschrieben. Im Mai und Dezember 2023 reiste das Projektteam nach Stuttgart und Leipzig zur bundesweiten Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Hier trafen sich alle geförderten Projekte, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. In Leipzig präsentierte das Projekt „ANeTT“ die erarbeitete RTS und diskutierte mit dem ebenfalls vorgestellten lokalen Projekt Mobilität Leipzig im Wandel (MoLeWa) sowie den anwesenden Gästen in einem interaktiven Podium.

Erfolgreicher Projekttag mit den Praxiskoordinatoren:

Mit den Praxiskoordinatoren der IHK Erfurt konnte ein gemeinsamer Schülerprojekttag zu dem Thema „3D-Druck und Elektromobilität“ mit großer Unterstützung der Unternehmen HAKO GmbH und Modelltechnik GmbH durchgeführt werden. Hierbei wurden den Schülern der Klassenstufe 9 der Regelschule „Helene Lange“ aus Friedrichroda die Unternehmen vorgestellt. Mithilfe eines „Escape Rooms“ konnten die Schüler spielerisch die bei dem Unternehmen möglichen Ausbildungsberufe kennenlernen. Ein Höhepunkt für die Schüler war die Fahrt in einem E-Multicar. Aufgrund des großen Zuspruchs soll diese Initiative 2024 auch in anderen Landkreisen fortgeführt werden.

QTI-Knoten ermöglichen zukunftsgerechte Fortbildung

Der rege Diskurs auf den Informationsveranstaltungen half dem Projektteam bei der Planung und Erarbeitung der weiteren Schritte. Schlussendlich wurde das Konzept sogenannter QTI-Knoten (Qualifizierung, Transfer und Innovation) entwickelt. Mit diesem Konzept soll eine Struktur lokaler Anlaufstellen für bedarfs- und zukunftsgerechte Fortbildungs- und Qualifizierungsaktivitäten etabliert werden – und das in möglichst allen Landkreisen der Pilotregion.

Zusammengefasst steht QTI für:

Q – Qualifizierung

Die inhaltliche Ausgestaltung der über die Knoten angebotenen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen – insbesondere für KMU – richten sich aus an den Kompetenzfeststellungen in den Landkreisen der Pilotregion. Dabei erfolgt der Auf- und Ausbau von Kompetenzen von Beschäftigten in optimaler Weise, bezogen auf die Chancenfelder, die zum Unternehmen und zum regionalen Profil passen.

T – Transfer

Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Bildungsträgern und Unternehmen zu fördern und den Zugang zu Expertenwissen zu erleichtern.

I – Innovation

Neben der theoretisch fundierten Qualifizierung erfolgt eine praxisorientierte Bearbeitung von Themen für konkrete Vorhaben im Bereich der Technologie- und Produktinnovation über die beteiligten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ein Ergebnis dieses Prozesses kann beispielsweise eine Projekt- oder Bachelorarbeit sein, die in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen umgesetzt wird.

Das Ganze ist nicht nur graue Theorie, sondern wurde mit dem ersten QTI-Knoten in Gotha bereits in die Tat umgesetzt. Zwischen dem Konsortium „ANeTT“ und der VHS-Bildungswerk GmbH Gotha wurde am 1. März 2024 eine Kooperationsvereinbarung zur Errichtung, Betreibung und Betreuung des QTI-Knotens am Standort Gotha unterzeichnet. Weitere QTI-Knoten an anderen Standorten sind im Laufe des Jahres geplant.

So macht „ANeTT“ 2024 weiter

Das Projekt „ANeTT“ unterstützt im Unstrut-Hainich-Kreis die Etablierung von Wasserstoff bei Unternehmen. „ANeTT“ arbeitet hierfür eng mit wichtigen Akteuren in Thüringen wie dem HyExperts-Projekt der Hochschule Nordhausen und dem HySON-Institut aus Sonneberg zusammen, um den Landkreis und Thüringen zu Vorreitern im Wasserstoffbereich zu machen. Auch wurde 2024 ein kostenloser Beratungssprechtag (mittwochs 8:00 bis 12:00 Uhr) für Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie sowie alle Interessierten im QTI-Knoten in Gotha eingerichtet. Dabei greift „ANeTT“ auf ein vielfältiges Netzwerk zurück, zu dem das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx), die Agentur für Arbeit, die Thüringer Aufbaubank und Ansprechpartner an Thüringer Hochschulen gehören.

Zur weiteren Erreichung der Projektmeilensteine plant „ANeTT“ für 2024 folgende Tätigkeiten:

  • die Umsetzung weiterer Informationsveranstaltungen in den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und im Ilmkreis zu den jeweiligen Kompetenzfeldern und zur Etablierung der geplanten QTI-Knoten.
  • die Durchführung und Evaluation aller konzeptionierten Qualifikationsmaßnahmen sowie die Vorbereitung zur Überführung in IHK-Zertifikatslehrgänge bei entsprechender Nachfrage durch Unternehmen
  • die Identifizierung möglicher F&E-Themen, die in Kooperation mit den Hochschulen bearbeitet werden können.
  • die Akquise von Unternehmen zur Zusammenarbeit mit dem Projekt auch lokal in den QTI-Knoten.
  • die Zusammenführung und Unterstützung der Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen durch Erarbeitung von Absichtserklärungen und Kooperationsvereinbarungen.
  •  die Erstellung eines Verstetigungskonzeptes als Voraussetzung für eine Anschlussförderung.

Wie aus den weiteren Schritten für das restliche Jahr abzuleiten ist, möchte das Projekt „ANeTT“ 2025 Nachfolgelehrgänge zu den im Jahr 2024 durchgeführten Pilotmaßnahmen anbieten. Weiterhin sollen auch andere Regionen und Branchen von den Erfahrungen und Projektergebnissen profitieren. Im Rahmen einer Verstetigung ist die Ausweitung erfolgreicher und bewährter Aktivitäten und Unterstützungsangebote auf ganz Thüringen geplant. Für den gemeinsamen Weg und die bisher erreichten Etappenziele bedankt sich das Projekt „ANeTT“ bei allen Akteuren, die das Konsortium unterstützt haben. Neue Impulse und Ideen sind jederzeit willkommen!

Wollen Sie mehr erfahren oder sind Sie an einer Beratung interessiert?

Projektmitarbeiter „ANeTT“ Michael Schemann

Ansprechpartner:

Michael Schemann
E-Mail: schemann@erfurt.ihk.de
Telefonnummer: 0361-3484-140
Mobil: 0151-20526780

Adresse QTI-Koten Gotha:

VHS-Bildungswerk GmbH
Bahnhofsstraße 20
99867 Gotha

Beratungszeitraum: Jeden Mittwoch von 8:00 bis 12:00 Uhr (und auf Anfrage)
Website: www.anett-thueringen.de/…

Sitz der Projektmitarbeiter „ANeTT“:

Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum (ThEx) – 2. OG
Gustav-Freytag-Str. 1
99096 Erfurt

Postadresse:

Industrie- und Handelskammer Erfurt
Arnstädter Straße 34
99096 Erfurt

Förderer:

Logo Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Projektpartner:

LEG Thüringen Logo
Logo Thüringer Innovationszentrum Mobilität
TU Ilmenau Logo
Logo der IHK Erfurt
Kontaktieren
Sie Ihren
IHK-Experten:
Michael Schemann

Michael Schemann

Tel: 0361-3484-140

E-Mail: schemann@erfurt.ihk.de

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