10 Punkte für einen erfolgreichen Weg zur Unternehmensnachfolge

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Unternehmensnachfolge
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Die Unternehmensnachfolge ist eine zentrale Herausforderung für die ostdeutsche Wirtschaft.
  • Viele Unternehmer der Gründergeneration der Wendezeit erreichen in den nächsten Jahren das Ruhestandsalter und suchen dringend einen Nachfolger.
  • Wir haben die wichtigsten 10 Schritte für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge für Sie zusammengefasst.

Vor allem kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern stehen vor einer enormen Schließungswelle. Die Schere zwischen Seniorchefs, die ihr Unternehmen abgeben möchten und an einer Firmenübernahme interessierten Jungunternehmern wird immer größer. Die Suche nach einem Nachfolger wird bereits seit einigen Jahren immer schwerer. Das liegt zum einen daran, dass sich – so der DIHK – die Zahl derjenigen, die sich grundsätzlich für eine Firmenübernahme interessieren fast halbiert hat, gleichzeitig sich die Unternehmensinhaber schwertun, sich der anstehenden Nachfolgeregelung zu widmen.

Wir haben die 10 wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge für Sie zusammengefasst:

Schritt für Schritt zur Unternehmensnachfolge

  1. Selbsteinschätzung
    Vor jeder selbstständigen Tätigkeit steht die Selbstreflexion. Die persönlichen und zukünftigen unternehmerischen Ziele müssen miteinander vereinbar sein und die Familie muss hinter dem Vorhaben stehen. Fach- und Branchenkenntnis sind essentiell für eine Nachfolge. Weiterhin sollte eine Reflexion der fachlichen Eignung durch Dritte erfolgen. Jeder Unternehmer sollte in der Lage sein, innerhalb von drei Minuten andere Menschen von einer guten Idee zu überzeugen!
  2. Festlegung eines Zeitplans
    Ohne festen Startpunkt und Fixierung eines Zeitplans kann der Prozess der Unternehmensnachfolge schnell stocken, durch Zeitverlust kommt es häufig zur Wiederholung von Prüf- und Prozessschritten, dies kostet Geld und Zeit. Wichtig, es muss von Beginn ein finaler Übergabezeitpunkt festgelegt werden.
  3. Schaffung eines Formates zum kontinuierlichen Dialog zwischen Übergeber und Übernehmer
    Viele Einzelprozesse von Senior- und Juniorunternehmer laufen parallel. Häufig können sich dabei Problemlagen ergeben, welche ohne offene Kommunikation zu Spannungen führen. Im Rahmen eines regelmäßigen Jour-Fixe-Meetings müssen Tabus angesprochen werden sowie Erwartungen und Bedürfnisse formuliert werden. Nur eine offene und transparente Kommunikation kann zu einem Transaktionserfolg führen.
  4. Übergabefähigkeit des Unternehmens
    Kann das Unternehmen mit einer anderen Person an der Spitze erfolgreich am Markt bestehen? Prüfen Sie, ob eine Übergabe überhaupt wirtschaftlich sinnvoll ist und die Strukturen eine Übergabe (ohne Anpassung) ermöglichen.
  5. Unternehmensbewertung
    Die Unternehmensbewertung ist die Basis für ein Finanzierungskonzept, muss für die Prüfung von steuerlichen Sachverhalten vorliegen und wird Indikation für die Verhandlungen zum Kaufpreis sein. Ohne eine entsprechende Bewertung wird es schwer, denn die regelmäßig deutlich abweichenden Wertvorstellungen vom Abgeber und Übernehmer führen ohne Unternehmensbewertung regelmäßig zum Scheitern im frühen Übergabeprozess. Eine Bewertung stellt eine solide Verhandlungsbasis dar.
  6. Analyse des bestehenden Unternehmens
    Im Rahmen einer Tiefenprüfung des Unternehmens muss der Übernehmer die rechtlichen Beziehungen des Unternehmens in den Blick genommen werden. Dabei müssen Mietverträge, Arbeitsverträge, Kunden- und Lieferantenvereinbarungen geprüft werden. In Abhängigkeit von der Größe der Transaktion sollte hier ein externer Berater mit entsprechendem Know-how eingebunden werden.
  7. Finanzierung der Übernahme
    Die Finanzierung ist für den Nachfolger zumeist die größte Hürde. Fast jeder zweite Nachfolger hat laut der DIHK-Umfrage zur Unternehmensnachfolge Finanzierungsschwierigkeiten. Neben Eigenmitteln und Fremdkapital kommen häufig auch Privatdarlehen aus dem Familienbereich zum Einsatz. Auch ein Verkäuferdarlehen hilft, denn dies wird von professionellen Finanzierungspartnern als Kommittent verstanden, dass aus Sicht des Abgebers der richtige Nachfolger gefunden wurde.
  8. Kaufvertrag
    Nachdem der Kaufpreis endverhandelt wurde, muss das Ergebnis ggf. mit Bedingungen und Auflagen in eine saubere Vertragsform überführt werden. Wenn ein Einzelunternehmen ohne Grundstücke veräußert wird, bedarf dies keiner besonderen Form. Soweit ein Teil der Transaktion formbedürftig ist, so bedarf es dieser Form auch regelmäßig für den Vertrag. Insbesondere beim Verkauf von Gesellschaftsanteilen an juristische Personen oder der Veräußerung von Betriebsgrundstücken ist eine Beurkundung durch den Notar nötig.
  9. Nachfolge kommunizieren
    Kunden und Lieferanten, aber ggf. auch die ehemaligen Kollegen, müssen den Übernehmer in seiner neuen Rolle kennenlernen. Es muss genau überlegt werden, wie die Übernahme kommuniziert wird, bevor die Eigentumsübertragung vollzogen wird. Es muss sichergestellt werden, dass wichtige Mitarbeiter im Unternehmen bleiben. Die Bindung von Schlüsselpersonen ist entscheidend, damit das Unternehmen an den Erfolg der Vergangenheit anknüpfen kann.
  10. Entwicklung des Unternehmens
    Nach der Übernahme können zielgerichtet die eigenen Erfahrungen aus dem bisherigen Berufsleben eingesetzt werden, um die Unternehmensentwicklung erfolgreich voranzutreiben. Dabei darf nicht die private Altersvorsorge vergessen werden, denn die bisherigen Rentenabgaben als Angestellter werden für einen auskömmlichen Ruhestand wahrscheinlich nicht ausreichen.

DIHK-Nachfolgereport 2022: Krisen und Corona machen Nachfolgesuche deutlich schwieriger

Strukturelle und aktuelle Entwicklungen wirken ungut zusammen und führen momentan dazu, dass der betriebliche Generationswechsel zur Herausforderung wird. Der DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2022 verdeutlicht die Situation und zeigt die größten Hürden. In den vergangenen zwei Jahren ist die Suche nach einer passenden Unternehmensnachfolge deutlich schwieriger geworden. Die Corona-Pandemie hat das Interesse an der Übernahme eines Unternehmens stark gedrückt. Nur noch halb so viele Übernahme-Interessenten wie vor der Corona-Pandemie erkundigten sich im Jahr 2021 bei ihrer IHK. Insbesondere in den von Lockdowns betroffenen Branchen Handel und Gastronomie sowie bei kleinen Dienstleistungsunternehmen ist die Nachfrage zurückgegangen.

DIHK-Nachfolgereport 2022 zum Downloaden:

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