Heute schon geforscht? IHK-Projekt unterstützt Innovationen in Unternehmen

©IHK Erfurt/Die Verantwortlichen der PETKUS Technologie GmbH aus Wutha-Farnroda präsentieren ihr Unternehmen. Ein spannender Austausch über Kooperationen und eine mögliche Zusammenarbeit entsteht.
©IHK Erfurt/Die Verantwortlichen der PETKUS Technologie GmbH aus Wutha-Farnroda präsentieren ihr Unternehmen. Ein spannender Austausch über Kooperationen und eine mögliche Zusammenarbeit entsteht.
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Oft fehlt es kleinen und mittelständischen Unternehmen an Zeit und Personal, Innovationen im Betrieb zu generieren oder neue Produkte zu testen.
  • Eine Zusammenarbeit mit einer Hochschule oder einer angegliederten Forschungseinrichtung kann helfen.
  • Im IHK-Projekt „PerspektivWechsel vermittelt die IHK Erfurt Kontakte zwischen Unternehmen und Hochschule. Eine Win-Win-Situation für beide.

Innovationen sind der Umsatz von morgen. Dafür braucht es kreative Ideen und die richtigen Rahmenbedingungen, um neue Produkte und Verfahren zu testen. Nur was sich im Labor und in der Produktionsstrecke bewährt, kommt am Markt gut an“, weiß IHK-Innovationsberaterin Livanur Pektas.

Um neue Ideen und damit Innovationen im Betrieb zu generieren und später zu testen, fehlt es den meisten mittelständischen Unternehmen jedoch an Personal und Zeit. Eine Zusammenarbeit und Kooperation mit einer Hochschule oder einer angegliederten Forschungseinrichtung erfüllt beides: kreative Köpfe, die neue Ideen entwickeln und Wissenschaftler, die mit ihren Studierenden die neuen Produkte, Ideen und Verfahrensweisen auch prüfen können.

©IHK Erfurt/v.l.n.r.: Andreas Glimm, ThIWert-Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Dipl.-Ing. Jantje Samtleben, Wissenschaftliche Leiterin des Innovationszentrums; IHK- Innovationsberaterin Livanur Pektas; Dr.-Ing. Christian Borowski, Abteilungsleiter für Kunststoffe, Elektroaltgeräte, Batterien und Probenahme an der Hochschule Nordhause; IHK-Umweltexpertin Antje Welz; Dr. Peter Thoren, Geschäftsführer der Röber Institut GmbH und Prof. Dr. Michael Rutz, Studiendekan Environmental and Recycling Technology.

Im IHK-Projekt „PerspektivWechsel“ tauschen Unternehmer und Forscher für einen Tag ihre Jobs, um die Arbeitswelt des anderen zu erleben. Eine Win-Win-Situation für beide: der Perspektivwechsel unterstützt mittelständische Firmen ganz konkret dabei, Kontakte zu Forschungseinrichtungen zu knüpfen. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler einen Eindruck von den Herausforderungen und Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft. Einen ersten Kontakt vermittelte die IHK Erfurt zwischen der PETKUS Technologie GmbH aus Wutha-Farnroda und der Hochschule Nordhausen.

PETKUS Technologie GmbH mit unternehmenseigener Ideenschmiede

Logo der PETKUS Technologie GmbH
©PETKUS Technologie GmbH

Die PETKUS Technologie GmbH mit Firmensitz in Wutha-Farnroda ist einer der weltmarktführenden Anbieter für Saatgut Technologien und Getreide Lagersysteme. PETKUS war schon immer eine Ideenschmiede. „Wir haben das Glück, dass wir das Wissen aus unseren globalen Netzwerken auch durch unsere unternehmenseigene PETKUS Academy kanalisieren können. Sie ist Bestandteil des Bereiches Forschung und Entwicklung“, erläutert Mark Scholze, CEO der PETKUS Technologie GmbH und ergänzt: „Die PETKUS Academy ist unser wichtigster Baustein, um innovativ zu denken. Zu ihren Aufgaben gehört neben regelmäßigen internen Schulungsmaßnahmen auch die Etablierung wissenschaftlicher Netzwerke sowie die Einrichtung und Pflege einer umfangreichen PETKUS Betriebsbibliothek und Wissensdatenbank.“

Mark Scholze, CEO der PETKUS Technologie GmbH

Innovationen sind das historische Erbe unserer langen Firmengeschichte. Erfahrungen und Wissen, aber auch Mut, Altes zu überdenken und neue Ideen zu leben, prägen unsere Firma.

– Mark Scholze, CEO der PETKUS Technologie GmbH

Offen sein und Perspektive wechseln

Logo ThiWert - Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe der Hochschule Nordhausen
©ThiWert/Hochschule Nordhausen

Die offene Haltung der PETKUS Technologie GmbH für weitere Entwicklungspotenzialen und damit Innovationen ist jedoch ungebrochen. „Auch wenn wir in Sachen Innovationen schon sehr viel tun, ist uns bewusst, dass wir für die nachhaltige Entwicklung unserer Firma verantwortlich sind. Deswegen ist uns der Perspektivwechsel mit dem Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe (ThIWert) der Hochschule Nordhausen so wichtig“, erklärt Dr. Peter Thoren, Geschäftsführer der PETKUS-eigenen Forschungseinrichtung, dem Röber Institut.

Dr. Thoren ergänzt: „Das IHK-Projekt ‚PerspektivWechsel‘ gibt uns die Möglichkeit zum Austausch mit dem Forschungsbereich Recyclingtechnologien. Zentrale Themen sind die Abfall- und Recyclingwirtschaft, denn wir erhoffen uns dadurch neue Impulse für die Technologieerweiterung – insbesondere im Zusammenhang mit unserem Produktportfolio von optischen Sortierern.“

Projektpartner Hochschule Nordhausen

Auch die Hochschule Nordhausen profitiert: „Mit dem Projekt ‚PerspektivWechsel‘ der IHK Erfurt kommen wir nun zum zweiten Mal in Berührung. Ich halte es für eine sehr gute Idee, immer wieder einmal den eigenen Blickwinkel zu verändern. Das Zusammentreffen mit der PETKUS Technologie GmbH bzw. der Röber Institut GmbH birgt für uns eine Reihe interessanter Optionen: wir können uns selbst weiterentwickeln und auch den Fachbereich Ingenieurwissenschaften unserer Hochschule als Forschungspartner bekannter machen“, so Dr.-Ing. Christian Borowski, Abteilungsleiter für Kunststoffe, Elektroaltgeräte, Batterien und Probenahme an der Hochschule Nordhausen.

Das Studienangebot der Hochschule Nordhausen in den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umfasst insgesamt 15 Bachelorstudiengänge und zehn Masterstudiengänge. In den Ingenieurwissenschaften werden die Nachwuchsfachkräfte für die Industrie u. a. auf den Gebieten der Umwelt- und Recyclingtechnik, Energiewirtschaft, insbesondere der Erneuerbaren Energien, Informatik sowie Maschinenbau ausgebildet.

Logo Hochschule Nordhausen
©Hochschule Nordhausen

„Bei unserem Schwerpunkt ist die Kooperation mit der Industrie eine Selbstverständlichkeit. Unsere Forschungsprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Wirtschaft durchgeführt und orientieren sich an deren Bedarf“, erklärt Prof. Ariane Ruff, Leiterin des ThiWert. Auf diese Weise hat sich die Hochschule Nordhausen in den letzten 25 Jahren – seit ihrer Gründung – einen festen Platz in der Thüringer Bildungs- und Forschungslandschaft erarbeitet.

Prof. Michael Rutz, Studiendekan Environmental and Recycling Technology Hochschule Nordhausen

Das IHK-Projekt „PerspektivWechsel“ und damit die Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmern kann ein echter Gewinn sein. Ideen und Mut sind gefragt, um Probleme zu lösen oder Anwendungen zu erschließen.

– Prof. Michael Rutz, Studiendekan Environmental and Recycling Technology Hochschule Nordhausen

Produktionsstätte statt Forschungslabor

Im Rahmen der IHK-Initiative zeigte sich der Perspektivwechsel ganz praktisch: die Projektpartner, das Unternehmen und die Hochschule besuchten sich gegenseitig. Die Produktionsstätte wurde durch das Forschungslabor getauscht und der Labormantel für einen Unternehmensbesuch an den Nagel gehangen.

Zunächst verlegte Dr.-Ing. Christian Borowski vom Forschungsbereich Recyclingtechnologien der Hochschule Nordhausen mit seinem Team seinen Arbeitsplatz für einen Tag nach Wutha-Farnroda, um bei der PETKUS Technologie GmbH die Arbeitswelt von Dr. Peter Thoren, Geschäftsführer des Röber Institutes, zu entdecken. Wenig später folgte die PETKUS Technologie GmbH der Einladung in das Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe (ThIWert) der Hochschule Nordhausen.

Die intensiven Arbeitstage veränderten wechselseitig die Sicht auf das eigene Unternehmen und die Hochschule. Gleichzeitig entstanden im Austausch erste Ansätze für neue Kooperationen und Anforderungen.

PETKUS analysiert Potenzial des ThIWert

Der Geschäftsführer des Röber Institutes, Dr. Peter Thoren, besichtigte die etwa 1.000 Quadratmeter großen Halle des Thüringer Innovationszentrums für Wertstoffe (ThIWert), in denen derzeit ein Maschinenpark aus verschiedensten verfahrenstechnischen Aggregaten zur mechanischen, thermischen und biologischen Behandlung von Wertstoffen entsteht. Mit Hilfe der Forschungsinfrastruktur des ThIWert ist es möglich, die Recycling- und Kreislauffähigkeit von realen Stoffgemische aus der Abfallwirtschaft zu untersuchen.

„Unser Ziel ist es, im Austausch mit den Kollegen vom ThIWert zu analysieren, ob die optischen Sortierer, die bei PETKUS im Einsatz sind, auch im Bereich Recycling verwendet werden können“, erklärt Dr. Thoren und ergänzt: „Mir ist im Besuch deutlich geworden, dass mit den im ThIWert zur Verfügung stehenden Maschinen genau diese Frage gelöst werden kann. Sind wir erfolgreich, könnten wir mit unserem optischen Sortierer vielleicht ein neues Marktsegment erschließen.“     

Wissenschaftler des ThIWert prüfen PETKUS-Maschinen

Die PETKUS Technologie GmbH verfügt mit dem unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsbereich, dem Röber Institut, über ein Saatgutlabor mit verschiedenster Aufbereitungstechnologie. Im Röber Institut können Kunden ihre Ware bezüglich geeigneter Sortier- und Aufbereitungstechnik testen lassen. Zum Einsatz kommt dabei der optische Sortierer „ROEBER OS f“. Das hochauflösende Vollfarbkamerasystem des „ROEBER OS f“ basiert auf den neuesten optischen High-Tech-Komponenten und erkennt winzige Unterschiede, um reinstes, feines Saatgut zu gewährleisten. Der optische Sortierer reinigt also Saatgut und trennt es von verschiedensten Rückständen.

„Das OS f ist skalierbar. Uns ist daher wichtig zu wissen, ob dieser optische Sortierer auch in der Recyclingwirtschaft Anwendung finden kann“, erklärt Dr. Thoren beim Unternehmensrundgang. Die Wissenschaftler der Hochschule Nordhausen testeten vor Ort die Funktionsfähigkeit des optischen Sortierers. Sie nahmen Produktproben aus Rückständen von Elektroaltgeräte aus dem ThiWert, um die Reinigungs- und Filterfunktion des optischen Sortierers anhand konkreter Materialien zu prüfen.

Im anschließenden Austausch wurde deutlich, welche Perspektiven es gibt und wie die gereinigten Rückstände in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden können. „Soweit wir gesehen haben, ist es mit dem optischen Sortierer von PETKUS möglich, einzelne Wertstoffe des Separationsmaterials auch in der Industrie wiederzuverwenden“, überlegten die Wissenschaftler um Dr.-Ing. Christian Borowski vor Ort.

Beim Besuch in Wutha-Farnroda wurde nochmals deutlich: für Dr.-Ing. Christian Borowski und sein Team ist der Perspektivwechsel deshalb spannend, weil sie mit aktuellen Fragestellungen des Unternehmens konfrontiert wurden und am praktischen Beispiel innovative Lösungen erforschen können. Zudem helfe die Verbindung bei der Vermittlung von Bachelor- und Masterarbeiten oder Praktika, da das Unternehmen auch dafür gern seine Türen öffnet.

Die Wege zur Innovation sind geebnet

Der von der IHK Erfurt organisierte Erfahrungsaustausch zwischen der PETKUS Technologie GmbH und der Hochschule Nordhausen hat nicht nur weitere Treffen zur Folge, sondern ganz sicher neue Perspektiven und Inspirationen für Projektideen.

Im besten Fall entsteht eine Partnerschaft mit Zukunft. Wir wollen die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft in der Region voranbringen und helfen, gemeinsame Aktivitäten, Ideen oder Projekte zu entwickeln.

– IHK-Innovationsberaterin Livanur Pektas

Wollen auch Sie die Perspektive wechseln? IHK ansprechen und profitieren

Haben Sie als Unternehmen ein konkretes Anliegen, eine Idee und suchen eine wissenschaftliche Einrichtung? Im Rahmen des IHK-Projektes „PerspektivWechsel“ helfen wir Ihnen, die richtige Hochschule oder Forschungseinrichtung zu finden. Wir koordinieren die wechselseitigen Besuche, erarbeiten mit Ihnen eine Agenda und besprechen gemeinsam die weitere Zusammenarbeit. Sollten für die Umsetzung Ihrer Forschungsarbeit finanzielle Mittel benötigt werden, beraten wir Sie zu vorhandenen Förderprogramm und der Beantragung dieser. Bedenken Sie auch: im Kontakt mit einer Hochschule und Studierenden ergeben sich auch Möglichkeiten, neue Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu gewinnen.

„Melden Sie uns Ihre Bedarfe! Mit dem Projekt ‚PerspektivWechsel‘ wollen wir gemeinsam regionale und überregionale Forschungsaktivitäten auf den Weg bringen. Denn dort, wo Wirtschaft und Wissenschaft zusammenkommen, entstehen Fragen, Ideen und Innovationen – der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg“, betont Livanur Pektas, IHK-Innovationsberaterin und Verantwortliche des Projektes, und freut sich auf Ihre Anfrage!

Schon gewusst?

Die Strategie 2021-2025 der IHK Erfurt hat sich in einem von sechs Handlungsfeldern der Förderung von Innovation und Vernetzung verschrieben. Die Initiative „PerspektivWechsel“ ist ein Projekt im Handlungsfeld „Internationalisierung, Innovation und Vernetzung vorantreiben“.

Weitere Details zum IHK-Projekt „PerspektivWechsel“:

Kontaktieren
Sie Ihren
IHK-Experten:
Livanur Pektas

Livanur Pektas

Tel: 0361-3484239

E-Mail: pektas@erfurt.ihk.de

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