Betriebliches Mobilitäts­management: Mehr als nur die Frage nach der Antriebsform!

©istock/alvarez
Mobilität-Jobrad
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Der Verkehrssektor ist für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich und hat seit 1990 kaum Emissionsminderungen erreicht – Zeit zu handeln!
  • Mit einem integrierten betrieblichen Mobilitätsmanagement können Sie nicht nur etwas für die Umwelt tun, Sie können auch ihre Ausgaben senken, die Infrastruktur entlasten und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter verbessern.
  • Wir wissen, was bei der Integration eines betrieblichen Mobilitätsmanagement zu tun ist!

Mobilität ist ein integraler Bestandteil unseres Alltags und treibt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung voran. Für die Wirtschaft bedeutet dies vor allem Zugang zu Kunden und Geschäftspartnern sowie eine gute Erreichbarkeit der Arbeitsstätten für Mitarbeiter. Eine funktionierende Mobilität ist also die Basis eines jeden erfolgreichen Unternehmens.

Betriebliches Mobilitätsmanagement gefordert

Der Verkehrssektor steht jedoch immer stärker in der Kritik. Zum einen durch die gestiegenen Kosten für Treibstoffe, zum anderen durch die erhebliche Klimawirkung durch den Ausstoß von Kohlendioxid. Konflikte beim Flächenverbrauch, der Gesundheitsbelastung, den Umwelteinwirkungen und dem Energiebedarf erfordern ein Umdenken, das über die reine Antriebstechnologie hinausgeht – betriebliches Mobilitätmanagement setzt genau hier an.

Es geht nicht mehr nur darum, sich zu fragen, welche Antriebsform und welcher Treibstoff genutzt wird: betriebliches Mobilitätsmanagement umfasst weitaus mehr!

– Karsten Kurth, IHK-Experte für Klima und Energie

Ausgaben senken, Infrastruktur entlasten und Mitarbeitergesundheit verbessern

Aufbauend auf einer Analyse der bestehenden betrieblichen Mobilität werden Verbesserungspotenziale identifiziert und entsprechende Maßnahmen für die Bereiche Verkehr, Infrastruktur, Service und Kommunikation entwickelt und in einem Mobilitätskonzept zusammengefasst und umgesetzt. Ziel ist es, mit geringem Aufwand die verschiedenen Mobilitätsbedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter effizient erfüllen zu können.

Gleichzeitig können mit einem erfolgreichen und etablierten betrieblichen Mobilitätsmanagement die Ausgaben gesenkt, die Verkehrsinfrastruktur entlastet und die Gesundheit der Mitarbeiter verbessert werden. Betriebliches Mobilitätsmanagement umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen im Mobilitätsbereichs des Unternehmens, angefangen vom Mitarbeiterverkehr (Berufspendler) über den dienstlichen Mitarbeiterverkehr, bis hin zum Wirtschafts- und Lieferverkehr.

Maßnahmen im Bereich betriebliches Mobilitätsmanagement (Auszug):

  • Jobtickets
  • Car-Sharing-Angebote
  • Mitarbeiter-Aktionstage
  • Elektroladesäulen
  • Fahrradstellplätze, Duschmöglichkeiten
  • Fahrradwege auf dem Firmengelände/ zum Unternehmen
  • Leihfahrräder
  • Jobrad
  • Bonussystem für Mitarbeiter
  • Bahncard 100
  • Plattformen für Fahrgemeinschaften
  • Schadstoffarme Unternehmensfahrzeuge
  • Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Mobilitätsberater/-manager
  • usw.

Vorgehensweise bei der Integration eines betrieblichen Mobilitätsmanagement

  1. Analyse: Entsprechend dem Vorgehen anderer Managementsysteme, beispielsweise in den Bereichen Umwelt, Energie und Qualität ist der erste Schritt die Analyse aller relevanten Daten und des Bedarfs. Dies kann anhand von Ausgaben und Verbräuchen gemessen werden oder im Bereich Mitarbeitermobilität durch Befragungen erfolgen. Wichtig ist es, Mitarbeiter zu informieren und am Prozess zu beteiligen.
  2. Maßnahmen entwickeln: Auf Basis der Analyse und aufgezeigten Potenziale sollten konkrete Ziele und die entsprechenden Maßnahmen zur Optimierung entwickelt und in einem Konzept dokumentiert werden.
  3. Umsetzung: Implementieren Sie die einzelnen Maßnahmen in die betrieblichen Prozesse. Berücksichtigen Sie dabei alle Einzelheiten und informieren Sie natürlich auch ihre Mitarbeiter bei Neuerungen und Umstellungen im Prozess.
  4. Evaluation: Prüfen Sie den Erfolg der eingeführten Maßnahmen und gleichen Sie das Erreichte mit den formulierten Zielen ab! Fragen Sie sich, ob weitere Defizite bestehen und kontrollieren Sie, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen – steuern Sie ggf. nach!
Praxisleitfaden Betriebliches Mobilitätsmanagement
©DIHK Service GmbH 2018/Praxisleitfaden Betriebliches Mobilitätsmanagement

Ziel dieser Vorgehensweise ist es, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu schaffen und damit das betriebliche Mobilitätsmanagement dauerhaft im Unternehmen zu verankern.

Zum Hintergrund:

Der Verkehrssektor ist in der Bundesrepublik Deutschland für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich – dass sind rund 170 Millionen Tonnen Treibhausgase. Damit kommt der Verkehr nach der Energiewirtschaft und der Industrie an dritter Stelle der größten Emittenten (Menge an verursachten Treibhausgasen). Der Verkehr ist der einzige Sektor, der seit 1990 keine oder nur sehr geringe nachhaltig wirksame Emissionsminderungen erreicht hat. Grund genug, um zu handeln![1]

[1] Umweltbundesamt UBA 2020

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IHK-Experten:
Karsten Kurth

Karsten Kurth

Tel: 0361-3484310

E-Mail: karsten.kurth@erfurt.ihk.de

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