Mit Schläger, Ball und Netz zur Selbstständigkeit

©Paul-Philipp Braun / Florian Schröder will in Erfurt eine Pickle-Ball-Community etablieren
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Lesen Sie, wie aus einer Sportidee ein Geschäftsmodell wurde.
  • Entdecken Sie, warum Pickleball auch in Erfurt Potenzial hat.
  • IHK-Unterstützung nutzen: Die Gründungsberatung erleichtert den Start.

Florian Schröder hat Pickleball während eines Studienaufenthalts in den USA entdeckt. Heute bringt der 24-Jährige die Trendsportart als Kleinunternehmer nach Erfurt, begleitet von der IHK Erfurt: vom Beratungssprechtag über die digitale Unternehmenswerkstatt bis zum Businessplan.

Glaubt man der Erzählung, waren es drei Väter, die 1965 für ihre Kinder einen neuen Sport erfanden. Einen Sport, der nicht viel mehr braucht als einen Schläger, einen Ball und ein Netz. Pickleball heißt das Spiel, das in seinem Aufbau an Tennis erinnert, aber deutlich leichter zu erlernen ist. Gespielt wird auf einem kleineren Feld, die Regeln sind weniger komplex und der Spaß steht von Anfang an im Vordergrund.

„Es ist total einfach, aber dadurch eben genial“, freut sich Florian Schröder. Der 24-Jährige war begeisterter Tennisspieler, als er während eines Studienaufenthalts von 2023 bis 2024 im US-amerikanischen Cincinnati durch seinen Trainer auf Pickleball aufmerksam wurde. „Ich habe es dann ausprobiert und es hat sofort Spaß gemacht.“

Aus einem Hobby wurde ein Geschäftsmodell

Innerhalb weniger Wochen wurde Schröder zum Pickleball-Fan. Weil er ohnehin Business Administration studierte, wollte er sein neues Hobby mit einem Geschäftsmodell verbinden. „Hier in Deutschland ist der Sport noch ziemlich unbekannt und damit habe ich eine Marktlücke erkannt“, erinnert sich Schröder heute.

Diese Erkenntnis liegt inzwischen mehr als zwei Jahre zurück. Seitdem hat sich in seinem Leben einiges verändert. Aus dem BWL-Studenten wurde ein angehender Gründer. Er sprach mit Freunden und Familie über seine Idee und kam schließlich mit der IHK Erfurt in Kontakt.

Ich habe den Beratungssprechtag bei der IHK genutzt, um mich dort über die richtige Herangehensweise ans Gründen zu informieren und bin so auch mit Herrn Eismann in den Austausch gekommen. Er berät mich seitdem zu meinem Vorhaben.

Florian Schröder, Gründer Pickleball4Erfurt

Vom Beratungssprechtag zum Businessplan

Konrad Eismann kannte Pickleball selbst noch nicht, als er Florian Schröder beim Beratungssprechtag begegnete.

„Ich hatte schon einmal etwas von Padelball gehört, aber dass es auch noch das verwandte Pickleball gibt, das war mir nicht klar“, erzählt Eismann.

Trotzdem war der IHK-Gründungsberater schnell von dem Vorhaben des 24-Jährigen überzeugt und arbeitete gemeinsam mit ihm an der Konkretisierung der Geschäftsidee. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Digitale Unternehmenswerkstatt, die auch von der IHK Erfurt angeboten wird. Die Plattform unterstützt Gründerinnen und Gründer sowie etablierte Unternehmen mit zahlreichen Werkzeugen und Hilfsangeboten.

Neben juristisch geprüften Vertragsvorlagen bietet die Unternehmenswerkstatt unter anderem Tools zur Netzwerkentwicklung und Notfallplanung. Besonders wichtig für Gründerinnen und Gründer ist jedoch die teilautomatisierte Erstellung eines Businessplans.

Für Konrad Eismann ist das ein großer Mehrwert:

Heute ist es oftmals so, dass Gründerinnen und Gründer ihre ersten Businessplanentwürfe mit einer Künstlichen Intelligenz schreiben. Dann kommen Dutzende Seiten mit Füllwörtern raus, die aber gar nicht das bringen, was wir eigentlich erwarten. Der Businessplan aus der Unternehmenswerkstatt ist da anders. Das Tool stellt die wirklich wichtigen Fragen und gibt dann ein sinnvolles Dokument aus, mit dem auch wir in der Beratung arbeiten können.

Konrad Eismann, Gründungsberater in der IHK Erfurt

Was ist Pickleball?

  • Das Spielprinzip: Pickleball wird im Einzel oder Doppel auf einem etwa badmintonfeldgroßen Spielfeld gespielt. Verwendet werden feste Schläger und ein leicht gelochter Kunststoffball. Der Aufschlag erfolgt von unten und diagonal ins gegnerische Feld.
  • Die Grundregel: Nach dem Aufschlag muss der Ball auf beiden Seiten jeweils einmal aufspringen, bevor er direkt aus der Luft gespielt werden darf. Diese Regel wird als „Two-Bounce-Rule“ bezeichnet.
  • Die Besonderheit: Direkt am Netz befindet sich die sogenannte „Kitchen“. In diesem Bereich darf ein Ball nur gespielt werden, wenn er zuvor im eigenen Feld aufgekommen ist.

Mit Pickleball4Erfurt zur neuen Sportgemeinschaft

Für sein Geschäftsvorhaben gründete Florian Schröder inzwischen das Kleinunternehmen Pickleball4Erfurt. Die Berechnung seines Business- und Finanzplans ergab ein kurzfristiges Umsatzziel von 4.000 Euro pro Monat. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Einstiegskosten erscheint dieses Ziel realistisch.

„Eigentlich brauche ich nur die Schläger, das Netz und einen Ort, an dem wir spielen können“, sagt Florian Schröder.

Aktuell nutzt er dafür öffentliche Turnhallen der Stadt Erfurt, die über ein Onlineportal gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr gebucht werden können. Zweimal pro Woche bietet er Spiel- und Trainingseinheiten an. Die erste Teilnahme ist kostenfrei. Ab der zweiten 90-minütigen Session zahlen die Teilnehmer 20 Euro pro Person. Schläger und Bälle sind dabei bereits inklusive.

Um sein Umsatzziel zu erreichen, sollen künftig weitere Termine hinzukommen, darunter auch Angebote am Wochenende sowie kleinere Turniere.

Neue Spieler über Instagram gewinnen

Interessierte erreicht Florian Schröder derzeit vor allem über Instagram. Dort erklärt er mit Sharepics und kurzen Videos die Regeln des Pickleball-Sports und informiert über kommende Trainings und Veranstaltungen.

Der Account Pickleball4Erfurt zählt bislang 65 Follower, soll aber weiter wachsen. Als Zielgruppe definiert Schröder Menschen zwischen 30 und 65 Jahren aus Erfurt und Umgebung, die Freude an Bewegung haben.

„Im Idealfall haben sie vorher schon einmal Tennis gespielt. Wenn nicht, ist das aber auch kein Problem. Pickleball ist viel einfacher und daher schnell zu lernen.“

Weitere Pläne für Pickleball in Erfurt

Konrad Eismann hat es trotz der intensiven Zusammenarbeit bislang noch nicht geschafft, selbst eine Runde Pickleball mit Florian Schröder zu spielen. Das möchte er jedoch nachholen.

„Zunächst müssen wir erst einmal das Geschäftsmodell wirklich voranbringen“, sagt er.

Dabei helfen unter anderem der bereits bewilligte Existenzgründungspass der Thüringer Aufbaubank sowie der enge Austausch zwischen Gründer und IHK Erfurt. Die Förderung unterstützt Schröder unter anderem bei Steuerberatung, Marketingmaßnahmen und der Nutzung von Co-Working-Angeboten.

Der Fokus liegt zunächst auf dem Ausbau des Angebots in Erfurt. Perspektivisch sollen Turniere folgen. Außerdem möchte sich Schröder langfristig nach eigenen Räumlichkeiten umsehen. So soll die aus den USA stammende Trendsportart in Erfurt dauerhaft ein neues Zuhause finden.

Weitere Informationen: https://pickleball4erfurt.com/

Text und Fotos: Paul-Philipp Braun
Redaktion & Veröffentlichung: Randi Hofmann (IHK Erfurt)


FAQ zur Gründung von Unternehmen

Wie wird aus einer Geschäftsidee eine Gründung?

Ausgangspunkt ist oft eine konkrete Beobachtung: Florian Schröder erkannte, dass Pickleball in Deutschland noch wenig bekannt ist und daraus eine Marktlücke entstehen kann.

Welche Unterstützung gibt es für Gründerinnen und Gründer?

Die IHK Erfurt bietet unter anderem Beratungssprechtage, persönliche Gründungsberatung und Zugang zur Digitalen Unternehmenswerkstatt.

Warum ist ein Businessplan für die Gründung wichtig?

Ein Businessplan hilft, die Geschäftsidee zu strukturieren, Umsatz- und Finanzziele zu prüfen und das Vorhaben realistisch einzuschätzen.

Welche Rolle spielt die Digitale Unternehmenswerkstatt?

Sie unterstützt Gründerinnen und Gründer mit Werkzeugen, Vorlagen und einem teilautomatisierten Businessplan, der die wichtigsten Fragen zur Gründung abdeckt.

Welche Fördermöglichkeiten können beim Gründen helfen?

Im Artikel wird der Existenzgründungspass der Thüringer Aufbaubank genannt, der etwa bei Steuerberatung, Marketingmaßnahmen und Co-Working-Angeboten unterstützen kann.

Kontaktieren
Sie Ihren
IHK-Experten:
Konrad Eismann

Konrad Eismann

Tel: +49 361 3484-208

E-Mail: Konrad.Eismann@erfurt.ihk.de

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