Nordthüringer Unternehmen investieren in „Campus für Biotechnologie“

©AHN Biotechnologie GmbH/Produktionsprozess
AHN Biotechnologie GmbH Produktionsprozess
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Im Gewerbegebiet am Uthleber Weg Nordhausen entsteht ein „Campus für Biotechnologie“.
  • Ein Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und die Kooperation mit der Hochschule Nordhausen.
  • Der neue Nordhäuser „Campus für Biotechnologie“ zeigt den Mut der beteiligten Unternehmen und die Bedeutung der regionalen Vernetzung.

„Die Bagger rollen schon seit Ende Januar und langsam nimmt das Projekt ‚Campus der Biotechnologie‘ der AHN Biotechnologie GmbH Nordhausen Gestalt an“, freut sich Bauherr Niels Neu, Geschäftsführer der TiRo Tief- und Rohrleitungsbau Neu GmbH und Mitinvestor. Bereits mit dem ersten Spatenstich am 14. September 2021 wurde der Grundstein für die neue Produktionshalle der stark expandierenden Firma AHN Biotechnologie GmbH gelegt. Aktuell erfolgen Gründungs- und Erdarbeiten durch die vor Ort ansässigen Baubetriebe und die Arbeiten für den Hallenrohbau haben begonnen. Die Fertigstellung der gesamten neuen Produktionsstätte ist dann für Ende 2022 geplant.

Vom Kleinunternehmen zum weltweiten Champion

Das Unternehmen AHN Biotechnologie GmbH ist bereits seit 23 Jahren am Markt, fertigt Laborverbrauchsmaterialien u. a. Pipetten, Pipettenspritzen, Kleingeräte, Zentrifugen und vertreibt seine Produkte weltweit an über 400 Händler. Im Gründungsjahr 1999 begann AHN mit zwei Mitarbeitern, mittlerweile wuchs das Unternehmen auf 137 Mitarbeiter an und bildet momentan sechs Azubis aus.

„Im Nachgang eine für uns ganz persönlich wahnsinnige Geschichte und nun folgt ein weiterer großer Schritt“, freut sich die Geschäftsleitung über das aktuelle Bauprojekt und ergänzt: „Wir konnten ja bereits in den vergangenen Jahren sukzessive die bauliche Infrastruktur schaffen, so dass derzeit sechs Gebäude in Betrieb sind, aber ein eigener ‚Campus‘ das ist ein neuer Schritt – auch für uns!“

„Mit der neuen Produktionshalle werden etwa 4.600 Quadratmeter hinzukommen“, ergänzt Bauherr Niels Neu, dessen Firma das Gelände zwischen Helmestraße und den Kiesteichen gehört. Neben der 8 Millionen Euro Investition des Bauherrn selbst, wird auch das Unternehmen AHN Biotechnologie etwa denselben Betrag beisteuern. Möglich geworden ist das durch einen Gesellschafterwechsel im Herbst 2016 zum dänischen Unternehmen Capp-ApS. Seither geht es mit den Umsatzzahlen steil nach oben, die positive Entwicklung gilt als Basis für das neue Investitionsvorhaben.

©AHN Biotechnologie GmbH/Baustelle des neuen Nordthüringer Biocampus

Bauphase mit Hindernissen

Das Konsortium aus Nordthüringen musste sich Herausforderungen aller Art – von der Projektphase bis zur baulichen Umsetzung – stellen. „Aufgrund der Produktion von Medizintechnik ist der qualitative Anspruch an Fußböden, Wände und Abdichtungselemente besonders hoch“, erläuterte Niels Neu. Bei den zurückliegenden Baumaßnahmen des vergangenen Jahres kam das strenge Hygienekonzept wegen der Corona-Pandemie hinzu, was gerade im Sommer 2020 alle beteiligten Baufirmen vor eine große Herausforderung stellte. Zudem war das Projekt auch von Lieferengpässen und weiteren Personalausfällen im Zuge der Corona-Pandemie betroffen. „Umso mehr freuen wir uns, dass der Hallenrohbau nun vorangeht. Damit ist ein Großteil geschafft“, so Neu.

Zusätzlich zur neuen Produktionsstätte entstand eine eigene Zufahrt für das Gelände. „Wir haben im Januar 2021 eine 200 Meter lange und etwa 200.000 Euro teure Zufahrtsstraße übergeben, so dass unser Mieter, die AHN Biotechnologie GmbH, nun an drei Straßen angebunden ist und einen direkten Zugang zur Bundesstraße 4 hat“, ergänzt der Bauherr. Weitere regionale Unternehmen übernehmen nun noch bis Jahresende die Innenausstattung einschließlich des Wege- und Grünanlagenbaus.

Portrait Niels Neu

Aufgrund der Produktion von Medizintechnik ist der qualitative Anspruch an Fußböden, Wände und Abdichtungselemente besonders hoch. Durch die Corona-Pandemie wurden der Bau nochmals erschwert – gut, dass der Großteil geschafft ist.

– Niels Neu, Geschäftsführer der TiRo Tief- und Rohrleitungsbau Neu GmbH und Bauherr der neuen Produktionsstätte

Campuscharakter im Thüringer Norden

Nach der Fertigstellung sollen die Gebäude zu einem Campus miteinander verbunden werden. Mit dem neuen Gebäude verfügt die AHN Biotechnologie GmbH schließlich über eine Gesamtfläche von über 10.000 Quadratmetern, ein Komplex, der die Bereiche klar strukturiert und entsprechend sichtbar anordnet – von der Produktion, über den Vertrieb, die Verwaltung, die Sozialbereiche bis hin zu einem grünen Außenbereich. „Dieser neue Campus ist ein Beleg dafür, dass sich ein weiteres Unternehmen aus Nordhausen mit der Medizintechnik eine Nische gesucht hat, in der es sich gut produzieren und weltweit agieren lässt“, ergänzt Buchwald.

Mit dem „Campus für Biotechnologie“ im Gewerbegebiet am Uthleber Weg Nordhausen möchten die Projektverantwortlichen für die regionale Wirtschaft ein Zeichen setzen:

Portrait Torsten Buchwald

Auch vermeintlich kleine regionale Unternehmen können investieren, Großes schaffen und den bisherigen und künftigen Mitarbeitern eine Zukunftsvision bieten.

– Torsten Buchwald, Geschäftsführer der AHN Biotechnologie GmbH

Erfolgsfaktor: Personal und Zusammenarbeit

„Unser Unternehmen wird von den Mitarbeitern getragen und das ist uns in besonderem Maße wichtig. Ganz bewusst betone ich dies zu jeder Gelegenheit“, macht der AHN-Geschäftsführer TorstenBuchwald deutlich. Neben einer ansprechenden Entlohnung erhalten die Beschäftigten auch viele Vergünstigungen und Angebote wie zum Beispiel eine Betriebliche Altersversorgung, Zuschüsse jeglicher Art, Fahrradleasing, kostenfreies Obst oder Getränke und das Auftanken in unseren Wohlfühloasen, um nur einige Beispiele zu nennen. „Uns ist eine kooperative Stimmung besonders wichtig, neben flexiblen Arbeitszeiten sind es aber auch Feiern, der Gesundheitstag, Messen und eine transparente und offene Kommunikation, die wir leben wollen, denn auch wir suchen nach neuen Mitarbeitern“, so Buchwald. Mit der Fertigstellung der neuen Produktionshallen schafft das Unternehmen weitere 60 bis 80 Arbeitsplätze für die Region, so dass perspektivisch die Mitarbeiterzahl auf 200 wachsen wird.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und die Kooperation mit der Hochschule Nordhausen. Im Fokus stehen gemeinsame Projekte, Absolventenbetreuung, Masterarbeiten bis hin zu Forschungsprojekten im Bereich Recyclingtechnik aber auch Managementweiterbildungen, die firmenintern durchgeführt werden. Bei allen maschinentechnischen Belangen arbeitet die AHN Biotechnologie GmbH mit internationalen und lokalen Firmen, u. a. mit der Fa. Sumitomo (Demag) Wiehe zusammen, die ein Teil der Spritzgussmaschinen fertigt und aufgrund der örtlichen Nähe als Servicepartner sehr geschätzt wird. Gegenwärtig arbeitet man gemeinsam an der Entwicklung einer speziellen Maschine, die auf die Herstellung von Medizinprodukten konzipiert ist.

Der neue Nordhäuser „Campus für Biotechnologie“ zeigt den Mut der beteiligten Unternehmen und die Bedeutung der regionalen Vernetzung.

Kontakt:
AHN Biotechnologie GmbH
Uthleber Weg 14
99734 Nordhausen
Tel.: 03631 652420
E-Mail: info@cappahn.com
Online: www.ahn-bio.de
Stellenangebote bei AHN: www.ahn-bio.de/de/stellenangebote

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IHK-Experten:
Christian Böduel

Christian Böduel

Tel: 03631-90820

E-Mail: boeduel@erfurt.ihk.de

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