Energiekrise bleibt TOP-Thema für regionale Wirtschaft

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Energie
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Eine aktuelle Befragung von 350 Unternehmen der IHK Erfurt zu Positionen und Maßnahmen in der Energiekrise kommt zu dem Ergebnis, dass die Energiekrise für vier von fünf Unternehmen aktuell eine große Rolle spielt.
  • Die Befragung zeigt, dass etwa die Hälfte der Unternehmen die ab Jahresbeginn 2023 wirkenden Preisbremsen für Strom und Gas als nicht ausreichend bewertet.
  • Eine große Mehrheit von 92 Prozent der Unternehmen spricht sich dafür aus, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke über April 2023 hinaus zu verlängern.

Eine aktuelle Befragung von 350 Unternehmen der Industrie- und Handelskammer Erfurt zu Positionen und Maßnahmen in der Energiekrise kommt zu dem Ergebnis, dass die Energiekrise für vier von fünf Unternehmen aktuell eine große Rolle spielt. Um den Energieverbrauch zu senken und Kosten zu sparen, haben die Unternehmen bisher unterschiedliche Maßnahmen ergriffen. Die Mehrheit reduziert Wärme am Arbeitsplatz und Beleuchtung am Standort, jedes sechste Unternehmen hat Öffnungszeiten verkürzt und etwa die Hälfte der Unternehmen hat eigene Kostensteigerungen bereits weitergereicht. Energieeffizienzmaßnahmen hat bereits jedes dritte Unternehmen umgesetzt und die Hälfte der Unternehmen plant Investitionen in die eigene Energieeffizienz.

IHK-Präsident Bauhaus: „Trotz Krisenfestigkeit – bleiben weiter in Alarmbereitschaft“

„Energie bleibt das bestimmende Thema der regionalen Wirtschaft. Die Unternehmen begegnen der anhaltenden Energiekrise nicht nur mit Einsparungen und reduzierenden Maßnahmen, sondern auch mit wichtigen Investitionen in die eigene Energiearchitektur. Das ist zukunftsgewandt und strategisch richtig, aber auch alternativlos“, erklärt Dieter Bauhaus, Präsident der Industrie- und Handelskammer Erfurt.

Besonders drastische Maßnahmen, um Energieverbräuche zu senken und Kosten einzusparen, ergreift aktuell nur ein geringer Anteil. Maximal jedes zehnte Unternehmen hat bereits folgende Maßnahmen umgesetzt oder plant diese umzusetzen: Produktionsdrosselung, Entlassungen von Mitarbeitern, Aufgabe von Geschäftsfeldern oder Produktionsverlagerungen.

IHK-Präsident Dieter Bauhaus

Dass derzeit dieser geringe Anteil an Unternehmen aktuell zu drastischen Maßnahmen greift, zeigt einmal mehr die Krisenfestigkeit der regionalen Wirtschaft. Insgesamt sind das jedoch Entwicklungen, die uns weiterhin sorgend umtreiben und in Alarmbereitschaft belassen.

– IHK-Präsident Dieter Bauhaus

Unternehmen mit dem Krisenmanagement der Politik unzufrieden

Allerdings ist eine große Mehrheit der Unternehmen mit dem Krisenmanagement der Thüringer Landes- und Bundesregierung im Zuge der Energiekrise unzufrieden. Die Befragung zeigt, dass etwa die Hälfte der Unternehmen die ab Jahresbeginn 2023 wirkenden Preisbremsen für Strom und Gas als nicht ausreichend bewertet. Eine große Mehrheit von 92 Prozent der Unternehmen spricht sich dafür aus, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke über April 2023 hinaus zu verlängern.

87 Prozent der befragten Unternehmen werten gleichzeitig den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien als wichtig. „Versorgungssicherheit und Zukunftsinvestitionen gehen bei der regionalen Wirtschaft Hand in Hand und dürfen sich einander nicht ausschließen. Der Ausbau der Erneuerbaren muss nun spürbar beschleunigt werden, ohne dass es zu Versorgungsschwierigkeiten kommt. Dazu müssen die verschiedenen Ministerien an einen Tisch, um notwendige Lösungen und die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren schnellstmöglich auf den Weg zu bringen“, so Bauhaus abschließend.

Alle Ergebnisse der Umfrage:

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Markus Becherer

Markus Becherer

Tel: 0361-3484266

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