Die IHK Erfurt wählt ihre neue Vollversammlung und jedes Mitgliedsunternehmen hat eine Stimme. Warum sich das Engagement im „Parlament der Wirtschaft“ lohnt und wie Ehrenamt und Hauptamt gemeinsam die Interessen der regionalen Wirtschaft gegenüber der Landespolitik vertreten, erklärt die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, Dr. Cornelia Haase-Lerch.
Mit ihren 59.000 Mitgliedsunternehmen und rund 100 hauptamtlichen Mitarbeitern ist die IHK Erfurt die größte Industrie- und Handelskammer in Thüringen. Zugleich ist sie allein schon durch ihre Lage gegenüber des Thüringer Landtags so nahe am Zentrum der Landespolitik, wie keine andere Interessenvertretung in Thüringen. Seit ihrer Gründung vor mehr als 180 Jahren vertritt die IHK – abgesehen von den Zeiten der beiden deutschen Diktaturen – die Interessen der Wirtschaft in Mittel-, Nord- und Westthüringen. In den Augen der IHK-Hauptgeschäftsführerin, Dr. Cornelia Haase-Lerch, ein unschätzbarer Mehrwert: „Natürlich haben wir als Kammer zunächst einmal einen gesetzlichen Auftrag, der auch die Grundlage für eine Pflichtmitgliedschaft von Unternehmen in einer IHK regelt. Zugleich verstehen wir uns aber auch als Beratungseinrichtung und als Serviceleister für unsere Mitglieder. Themen wie Weiterbildung, die Regelung der Ausbildung und die Vertretung der Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung fallen ebenso in unser Aufgabenspektrum.“
Mit der IHK-Vollversammlung setzt das Parlament der Wirtschaft daher immer wieder entscheidende Punkte, die innerhalb der Kammer, aber eben auch außerhalb wahrgenommen werden.
Zur Vollversammlung gehören 78 ehrenamtliche Mitglieder, die alle fünf Jahre neu gewählt werden
Hauptgeschäftsführerin Dr. Cornelia Haase-Lerch
Die Zusammensetzung folgt dabei einem durchdachten Prinzip: Von der gesamten Bandbreite der Mitgliedsunternehmen, vom Start-up bis zum großen Industriebetrieb, seien alle Branchen und Mitgliedsregionen vertreten. „Wir bekommen durch diese Breite ein Spiegelbild der regionalen Wirtschaft und damit eine gute Voraussetzung für eine angemessene Interessenvertretung“, betont die Hauptgeschäftsführerin. Ein spezielles Rechenmodell sorge dafür, dass unter anderem Industrie, Handel, Dienstleister und Bauunternehmen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung im Kammerbezirk repräsentiert sind.
Präsidiumssitzung © IHK Erfurt
Dreimal jährlich: Weichenstellung für die Wirtschaft
Die Vollversammlung tagt dreimal jährlich und trifft dabei alle grundsätzlichen Entscheidungen für die Arbeit und Ausrichtung der Kammer. „Die Mitglieder bestimmen die inhaltliche Ausrichtung, beschließen den Haushalt und diskutieren über Schwerpunkte der Interessenvertretung. Sie entscheiden zugleich über Positionspapiere und geben uns die Arbeitsrichtung vor“, erläutert Haase-Lerch. Darüber hinaus sind die Vollversammlungsmitglieder in verschiedene Fachausschüsse und regionalen Wirtschaftsbeiräten eingebunden, wo sie inhaltlich noch tiefer in die Themen einsteigen können. Das Präsidium, das aus der Vollversammlung heraus gewählt wird, bereitet die Sitzungen mit einem Vorlauf von drei bis vier Wochen vor und diskutiert besonders die wirtschaftspolitischen Forderungspapiere.
Warum Ehrenamt und Hauptamt sich perfekt ergänzen
Das Zusammenspiel zwischen Ehrenamt und Hauptamt beschreibt Haase-Lerch als gemeinsame Aufgabe: „Wir Hauptamtlichen haben die Fachexpertise, die Zugänge in Politik und Verwaltung und sind super vernetzt. Aber wir brauchen die Unternehmer mit ihrer authentischen Praxiserfahrung und ihrer konkreten Betroffenheit. Bei Anhörungen im Landtag kommen daher immer wieder auch die Unternehmer zu Wort, weil sie noch mal authentischer erzählen können, was wirklich los ist.“ Diese Konstellation bezeichnet Haase-Lerch als die eigentliche Kraft und Stärke der IHK: „Wir können es nicht ohne die Unternehmer, aber die könnten auch nicht ohne uns.“
165 Kandidierende bewerben sich für die Wahl 2025
Insgesamt stehen für die kommende Legislatur 2026 bis 2030 165 Kandidierende zur Wahl, die sich auf die 78 Plätze im obersten Beschlussgremium der IHK Erfurt bewerben. „Das ist eine beachtliche Zahl und zeigt, wie wichtig vielen Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit zur Mitbestimmung ist“, sagt die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Dabei habe jedes Unternehmen im Kammerbezirk eine Stimme, mit der es sich direkt an der Abstimmung beteiligen kann: „Die Unterlagen dafür erhalten die Betriebe automatisch von uns per Post. Das Wahlverfahren selbst ist sehr einfach, man kann online wählen oder von der Briefwahl Gebrauch machen.“
Dass die Mitglieder der Vollversammlung sich in ihrer Freizeit für die Interessen der Wirtschaft einsetzen, nennt Cornelia Haase-Lerch „beachtlich und besonders anerkennenswert“. Mit Blick auf die anstehende Wahl appelliert sie an alle Mitgliedsunternehmen: „Je mehr sich beteiligen, desto stärker ist die Stimme. Diese breite Kraft brauchen wir, um die Themen und Herausforderungen der Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung zu platzieren. Nur wenn ich mich einbringe, kann ich auch gestalten und mitbestimmen.“
VV-Wahl Website-Infobanner
Text und Redaktion: Paul-Philipp Braun
Bearbeitung & Veröffentlichung: Randi Hofmann (Kommunikation und Interessenvertretung – IHK Erfurt)
Grafische Darstellung mit IHK Erfurt und WiMa | © IHK Erfurt