DIHK-Analyse zur Transformation der Wirtschaft: Trends, Themen, Treiber

©gettyimages.com/Nordroden/Blick in eine Produktionshalle
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Die Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation.
  • Alle Branchen sind von den Veränderungen und Herausforderungen betroffen – die einen mehr, die anderen weniger.
  • Laut DIHK-Analyse lassen sich fünf wichtige Faktoren der Transformation erkennen. Erfahren Sie, welche das sind und wie sie sich äußern.

Transformation der Wirtschaft

Die Wirtschaft Deutschlands steht vor einer tiefgreifenden Transformation, von der alle Branchen – wenn auch unterschiedlich stark – betroffen sein werden. Fünf „Ds“ werden diese Transformation der Wirtschaft als relevante Treiber in besonderem Maße prägen: die Auswirkungen von Demografie, Digitalisierung, Dekarbonisierung, Diversifizierung und disruptiven Innovationen.

Sie haben großen Einfluss darauf, in welche Richtung sich die Unternehmen transformieren werden. A und O für eine erfolgreiche wirtschaftliche Transformation sind dabei gute Standortbedingungen, die die Unternehmen dabei unterstützen, die fünf Treiber für sich wachstumsorientiert zu nutzen.

1.  Demografie

Die deutsche Bevölkerung altert zunehmend, wodurch sich der Fachkräftemangel in Zukunft auch aufgrund des fehlenden Nachwuchses weiter zuspitzen dürfte. Für Unternehmen bedeutet dies den Verlust von wichtigem Know-how und einen stärkeren Wettbewerb um junge Talente. Umso wichtiger ist es, über eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung – insbesondere von Frauen, über Zuwanderung und Qualifizierungsmaßnahmen – dafür zu sorgen, genügend gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden.

2. Digitalisierung

Viele Unternehmen haben bereits Maßnahmen zur Digitalisierung von Prozessen ergriffen, aber längst sind nicht alle Potenziale ausgeschöpft. Digitalisierungsvorhaben stehen unter starkem Konkurrenzdruck gegenüber anderen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel oder der Energiekrise. So fehlt es laut der jüngsten DIHK-Digitalisierungsumfrage mehr als jedem dritten Unternehmen an zeitlichen Ressourcen, um Digitalisierungsvorhaben umzusetzen.

Durch Automatisierung und Prozessoptimierung lassen sich aber auch Synergieeffekte nutzen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird immer bedeutender, vor allem durch die Revolution generativer KI. Um das Potenzial der Digitalisierung auszuschöpfen, muss Digitalisierung ganzheitlich gedacht werden. Daraus folgt, dass der Bedarf für Investitionen in digitale Technologien und Weiterbildungsangebote für die Entwicklung von Digitalkompetenzen von Mitarbeitern steigt. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Beachtung von Cybersicherheit bleibt eine wichtige Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Transformation.

3. Dekarbonisierung

Deutschland möchte bis 2045 klimaneutral werden. Dies verlangt eine erhebliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Deutsche Unternehmen stellt dies vor zahlreiche Herausforderungen.

Neben hohen Investitionskosten in klimaneutrale Technologien, Produktionsprozesse und Produkte birgt insbesondere die bisher unzureichende Infrastruktur für alternative Energieträger wie Wasserstoff große Risiken für die energieintensive Industrie. Laut aktuellem DIHK-Energiewende-Barometer sind für fast zwei Drittel der Unternehmen Engpässe bei Übertragungs- und Verteilnetzen bereits jetzt ein zunehmendes Problem. Unter anderem müssen daher dringend Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt durchgeführt werden können, um Unternehmen aller Branchen die Möglichkeit zu gewähren, sich zeitnah zukunftsfähig aufzustellen.

4. Diversifizierung

Infolge der Corona-Pandemie und zunehmender geopolitischer Spannungen prüfen die Unternehmen verstärkt ihre Lieferketten auf kritische Abhängigkeiten. Die Betriebe setzen auf Diversifizierung, um etwa bei ihrem Lieferantennetzwerk, den Produktionsstandorten sowie den Beschaffungs- und Absatzmärkten die Risiken zu streuen und Resilienzen aufzubauen.

Dafür sind teilweise hohe Investitionen nötig. Neben der Herausforderung, passende Geschäftspartner und Märkte zu finden, erschweren etwa Handelshemmnisse und Vorgaben im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz den Diversifizierungsprozess. Der Abschluss von Handelsabkommen mit wichtigen Partnern wie dem Mercosur, Indien und Indonesien und ein Bürokratieabbau in der Außenwirtschaft sind daher von großer Bedeutung.

5. Disruptive Innovationen

Innovative Ideen und neue Technologien können Märkte umkrempeln und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Unternehmen haben die Chance, sich und Produkte in dieser Zeit neu zu erfinden – und neue Exportschlager zu generieren. Ob klimaneutrale Technologien, digitale Geschäftsmodelle oder das industrielle Metaverse – Produkte „made in Germany“ können sich hier entwickeln.

Notwendig ist dafür ein innovationsfreundliches Umfeld – mit einer effektiven und bürokratiearmen Innovationsförderung, niederschwelligen Kooperationsmöglichkeiten von Wirtschaft und Wissenschaft und die stärkere Nutzung von Experimentierräumen wie zum Beispiel Reallaboren.

Autor: Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)

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