Strick Zella entwickelt integrierten Mottenschutz „Woolprotect”

©Alexander Volkmann/ TA: Neue funktionale Produkte der Nordthüringer Firma Strick Zella im Bereich Alltagsmode zeigen Julia Überhagen vom Marketing, Geschäftsführer Gottfried Betz und Designerin Sabine Stark (von links).
Neue funktionale Produkte der Nordthüringer Firma Strick Zella im Bereich Alltagsmode zeigen Julia Überhagen vom Marketing, Geschäftsführer Gottfried Betz und Designerin Sabine Stark (von links).
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Strick Zella ist ein gutes Beispiel für Erfindergeist und Innovation und Gewinner vom „Zukunftspreis 2021″.
  • Sie haben sich in der schwierigen Modebranche mit einem neuen Produkt durchgesetzt und am Markt etabliert.
  • Ausschlaggebend für den Erfolg war vor allem die Kooperation mit Forschungseinrichtungen.

Die Strick Zella GmbH & Co. KG aus Anrode OT Zella hat sich für den 2021 erstmalig ausgelobten „Zukunftspreis von IHK Erfurt und HWK Erfurt“ beworben, wurde in einem ersten Auswahlverfahren von einer Expertenjury für die Endrunde nominiert und gewann schließlich den Zukunftspreis 2021 der IHK Erfurt. Der jährlich vergebene Zukunftspreis würdigt herausragende unternehmerische Leistungen, denn Unternehmer, die innovative und kreative Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen, sind für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet und leisten einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsfähigkeit in der Region. Nachdem im September 2021 die Gewinner gekürt wurden, beginnt am 10. Februar 2022 die Bewerbungsphase für den Zukunftspreis 2022. Weitere Details zur Ausschreibung sowie den Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.erfurt.ihk.de/zukunftspreis.

Strick Zella GmbH & Co. KG: Gewinner des Zukunftspreises 2021

Mode aus Deutschland? Ist so etwas überhaupt noch möglich angesichts der schier übermächtigen Konkurrenz aus Fernost, fragen sich viele Menschen hierzulande. „Aber natürlich geht das“, lautet die selbstbewusste Antwort von Gottfried Betz darauf. Er hatte bereits im Jahr 2005 ein 1920 gegründetes Thüringer Traditionsunternehmen in der Textilbranche im Unstrut-Hainich-Kreis aus der damaligen Insolvenz übernommen und mit zunächst fünf Beschäftigten fortgeführt. „Wir sind in einem schwierigen Markt unterwegs“, räumt der Unternehmer ein. Doch sein Konzept – sich auf Qualität und hochwertige Mode zu konzentrieren – ging bislang offenkundig auf. Von anfänglich 20.000 Euro Umsatz steigerte sich die nach dem Neustart umfirmierte Firma Strick Zella auf mittlerweile zwei Millionen Euro. Parallel dazu wuchs die Zahl der Beschäftigten auf 42 an. „Ich wollte handwerkliche Traditionen in der Region erhalten“, erläutert Gottfried Betz sein Ansinnen bei der Übernahme.

Die Modebranche sei ihm bis dato unbekannt gewesen, deshalb habe er sofort eine Designerin ins Boot geholt, damit diese ihren Sachverstand einbringt. „Wir haben auf Designermode made in Germany gesetzt und damit Erfolg gehabt“, so Betz. In mehr als 300 Boutiquen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkaufen die Thüringer ihre individuellen Bekleidungsstücke. Als er vom erstmals ausgeschriebenen Zukunftspreis 2021 von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK) Erfurt erfuhr, habe er sich entschlossen, sich mit dem Projekt „Woolprotect – Wolle mit eingebautem Schutz gegen Insektenbefall“ zu bewerben. Man habe ein neues Verfahren entwickelt, das Woll- und Seidengarne gegen Insektenbefall, insbesondere gegen Mottenfraß schützt.

Das Verfahren ist von der Firma Strick Zella patentiert. „Auf Wolle basierende Kleidung wird oft von Motten befallen. Wir haben weltweit einzigartig den Mottenschutz in die Wollfaser eingebaut. Man muss sich nicht mehr um Mottenabwehr im Kleiderschrank kümmern. So bleibt etwa ein teurer Cashmere-Pullover dauerhaft geschützt“, versichert Betz. In Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoffforschung in Rudolstadt entwickelte das Nordthüringer Unternehmen dafür eine Cellulose- Faser mit Duftstoff. Diese Faser wird der Wollfaser mit drei Prozent Anteil beigemischt.

„Die Faser wird in Zwickau mit Merinowollfasern zu einem feinen Wollgarn versponnen und von uns in Zella zu Kleidung verarbeitet“, so Betz. Die Merinowolle wird unter dem Namen „Pero“ vertrieben und wurde nach ökologischen Standards zertifiziert. Das Projekt verschafft laut Betz den Produkten des Traditionsunternehmens in Zella Alleinstellungsmerkmale und sichert so Arbeitsplätze in der Region. Weltweit vertrieben könne das Projekt auch durch die Faserproduktion über 100 Arbeitsplätze in Thüringen schaffen und einen Umsatz von. 100 Millionen Euro generieren. „Das zeigt, wie durch Kooperation mit Forschungseinrichtungen innovative Produkte entstehen, die Traditionsunternehmen langfristige Perspektiven geben“, ist Unternehmer Gottfried Betz überzeugt.

Autor: Bernd Jentsch/ TA

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