Unternehmen wollen Ende von 3G am Arbeitsplatz

Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Informationen zur aktuellen Stimmungslage der Unternehmen zu den Corona-Verordnungen
  • Einstellungen der regionalen Wirtschaft zu 2G, 2G plus oder 3G, zur Impfpflicht oder zum Kurzarbeitergeld

Eine aktuelle Unternehmensbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt attestiert in vielen Fragen von branchenspezifischen und allgemeinen Beschränkungen für Unternehmen eine Tendenz hin zu mehr Lockerungen. Beispielsweise werden mehrheitlich sowohl die 2G-Regel für den Handel (75 Prozent) als auch die 2Gplus-Regel für die Gastronomie (76 Prozent) abgelehnt. Jeweils ein Viertel der befragten Unternehmen stehen diesen Einschränkungen offen gegenüber. Geänderte Stimmungslagen im Vergleich zu einer Befragung Ende November 2021 zeigten sich in der Bewertung von der 3G-Regel am Arbeitsplatz und der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Votierten im November 2021 noch 60 Prozent für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, so stimmten nun nur noch etwas mehr als 40 Prozent der Unternehmen zu. Auch die 3G-Regel am Arbeitsplatz hielten im November 2021 64 Prozent der Unternehmen für angebracht. Nun votierten über zwei Drittel der befragten Unternehmen dafür, die 3G-Regel am Arbeitsplatz nicht über den März 2022 hinaus zu verlängern.

Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin IHK Erfurt

Das sind alles klare Anzeichen dafür, dass die Unternehmen branchenübergreifend mittlerweile mehrheitlich kritisch gegenüber den zuletzt noch schärfer geltenden Einschränkungen stehen.

Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt

Die geänderte Pandemielage mit deutlich höheren Inzidenzen, aber vergleichsweise niedrigerer Hospitalisierung hat auch zu anderen Bewertungen der Unternehmen geführt. Deutlich wird hierbei vor allem eine gewisse Pandemieüberdrüssigkeit. Für eine Verlängerung von Wirtschaftshilfen über den März 2022 hinaus sprachen sich etwas mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen aus. Daran kann erkannt werden, dass die Pandemie in vielen Unternehmen weiter nachwirken wird. Auch wenn irgendwann alle Beschränkungen aufgehoben sind, muss den Unternehmen eine Übergangszeit eingeräumt werden, damit Erholungseffekte auch wirklich Wirkung entfalten können. Darauf sollte Politik hinarbeiten.

Eine mehrheitliche Absage erteilten die befragten Unternehmen einer auferlegten Kontrolle einer allgemeinen Impfpflicht in den Unternehmen. Immer wieder hatte die IHK Erfurt darauf hingewiesen, dass Unternehmen keine Testzentren sind und sie sind ausdrücklich kein Ort, an dem eine allgemeine Impfpflicht kontrolliert werden sollte. Der darüber bereits angestoßenen Diskussion erteilt die IHK damit eine klare Absage.

Zur Methode der Befragung:

Die Umfrage hat vom 31. Januar bis 4. Februar 2022 ausschließlich online stattgefunden.
Befragt wurden rund 380 Unternehmen aller Branchen aus Nord –, Mittel und Westthüringen. Die Rücklaufquote beträgt 44 %. Die Antworten verteilen sich auf die Industrie (29 %), Baugewerbe (5 %), Handel (18 %), Verkehrsgewerbe (4 %), Dienstleistungen (44 %).

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Markus Becherer

Markus Becherer

Tel: 0361-3484266

E-Mail: becherer@erfurt.ihk.de

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