Von der DDR-Klinik zum Digital-Health-Vorreiter: Klinikzentrum Bad Sulza setzt auf digitale Innovation

Mark Förste vom Klinikzentrum Bad Sulza - Foto: Paul-Philipp Braun
Porträt einer Person in blauem Sakko und gemustertem Hemd vor unscharfem Innenraum.
Warum sollte ich diesen Artikel lesen?
  • Der Artikel zeigt, wie Gesundheitsprävention endlich alltagstauglich für Berufstätige wird – digital, flexibel und praxisnah.
  • Er zeigt welches Potenzial das Angebot für Unternehmen und ein modernes Betriebliches Gesundheitsmanagement hat.

  • Er erzählt die Transformation vom DDR-Sanatorium zum Digital-Health-Vorreiter eine starke regionale Wirtschaftsgeschichte.

Die Gesundheit der Mitarbeitenden ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Das Klinikzentrum Bad Sulza verbindet nun klassische Rehabilitation mit digitaler Innovation und bietet Unternehmen deutschlandweit, mit Fokus auf Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ein zukunftsweisendes Präventionsprogramm. Die Besonderheit: Berufstätige können die Maßnahmen parallel zur Arbeit absolvieren: dank smarter App-Technologie.

Kurort mit zukunftsweisenden Gesundheitsangeboten

„Unsere Region hat Geschichte. Und wir haben hier auch zukunftsträchtige Angebote“, so einfach bringt Mark Förste den Mehrwert Bad Sulzas als Heil- und Kurstadt auf den Punkt. Die Toskana Therme ist mit ihrem Liquid Sound-Angebot weit über die Grenzen Thüringens hinaus bekannt. Das Gradierwerk mit der Sole aus der Johann Agricola-Quelle erfreut sich besonders bei Betroffenen von Atemwegserkrankungen großer Beliebtheit und auch das Klinikzentrum Bad Sulza ist als Kureinrichtung mit Geschichte nicht nur den ehemaligen DDR-Bürgerinnen und Bürgern ein Begriff.

Schwimm-Hilfen vor einem leeren blauen Schwimmbecken
Ein Wasserbecken in der Reha-Klinik Bad Sulza. Foto: Paul-Philipp Braun

Vom Sanatorium zur modernen Reha-Klinik: 60 Jahre medizinische Expertise

In den 1960er Jahren als Sanatorium für Bergarbeiter der Wismut gebaut, galt das Klinikzentrum 1983 als modernste Klinik der DDR. Nach der Wende wurde es Teil der Toskanaworld AG, zu der auch die Toskana Therme sowie das Hotel an der Therme zählen. Inzwischen hat sich das Klinikzentrum jedoch verändert. Bergleute sind kein relevanter Patientenstamm mehr, stattdessen fokussiert sich die Einrichtung im Weimarer Land auf das Thema Rehabilitation und auf Anliegen der Prävention. „Wir sind eng mit der Deutschen Rentenversicherung verbunden. Deren Patientinnen und Patienten machen inzwischen den größten Teil der Belegung unseres Hauses aus“, erklärt Mark Förste. Schwerpunkt der Einrichtungen sind die Behandlung orthopädischer Leiden und die Hilfe bei Lungenkrankheiten, etwa für COPD-Patienten und Menschen mit Asthma.

Ganzheitliche Rehabilitation: Medizin, Pflege und Therapie unter einem Dach

„Dafür haben wir hier im Klinikzentrum Bad Sulza 190 Behandlungsplätze zur Verfügung und können uns sowohl stationär als auch ambulant um die Betroffenen kümmern. Unsere 70 Mitarbeitenden aus den Bereichen der Medizin, Pflege und Therapie unterstützen hier bei der Genesung“, sagt Klinikzentrum-Geschäftsführer Förste. Und dennoch sei es längst nicht mehr nur die Rehabilitation, die hier eine Rolle spiele, ergänzt Mark Förste: „Insbesondere die Prävention ist inzwischen ein wichtiger Baustein unseres Angebots geworden.“ Damit begegnet das Unternehmen nicht nur den Herausforderungen von demografischem Wandel und dem allgegenwärtigen Fachkräftemangel, sondern stellt sich auch als Einrichtung neu auf.

Gymnastikbälle in einem Reha-Raum
Ein Gymnastikraum in der Reha-Klinik. Foto: Paul-Philipp Braun

Prävention statt Reaktion: Kostenlose Programme für Berufstätige

Seit 2024 ist das Klinikzentrum Bad Sulza Partner des Programms RV Fit der Deutschen Rentenversicherung. Das kostenfreie Angebot richtet sich explizit an Berufstätige, um mit frühzeitiger Prävention Erkrankungen und Verletzungen gezielt entgegenzutreten. Für Mark Förste ist das Programm ein Gamechanger: „Es ist einfach für alle Seiten attraktiv. Für die Beschäftigten, weil sie aktiv an ihrer Gesundheit arbeiten, für die Arbeitgeber, bei denen das Gesundheitsmanagement und die Erhaltung der Arbeitskraft im Fokus steht und auch für uns als Einrichtung – und unsere Mitarbeitenden. Zugleich erweitert das Präventionsprogramm unser Behandlungsspektrum und fördert die fachliche Vielfalt unserer Therapeuten und Ärzte.“

Insgesamt 26 Wochen dauert das Programm, für das sich Interessierte niedrigschwellig über die Website der Rentenversicherung melden können und dessen erste fünf Tage sie nach Bad Sulza führen. „In dieser Startphase machen wir hier vor Ort verschiedene Untersuchungen, geben Hinweise für die späteren Selbsttrainigseinheiten und vor allem erklären wir, was es mit Caspar Health auf sich hat“, sagt Mark Förste.

Porträt einer Person in blauem Sakko und gemustertem Hemd vor unscharfem Innenraum.

Caspar Health hat den Vorteil, dass die Maßnahmen unabhängig von Zeit und Ort stattfinden können und die Präventanten es quasi berufsbegleitend umsetzen.

Mark Förste – Geschäftführer Klinikzentrum Bad Sulza GmbH

Digitale Betreuung rund um die Uhr: So funktioniert die Caspar Health App

Caspar Health ist der Name der App, die kostenlos heruntergeladen werden kann und nach den fünf Tagen in Bad Sulza die Schnittstelle zwischen Therapeuten und Patienten bildet. Letztere gehen nach besagter Startwoche wieder nach Hause, wo sie in den folgenden zwölf Wochen unter App-Anleitung trainieren und ihren Präventionsplan verfolgen. „Das hat den Vorteil, dass die Maßnahmen unabhängig von Zeit und Ort stattfinden können und die Präventanten es quasi berufsbegleitend umsetzen“, erklärt Mark Förste. Während der gesamten Zeit stehen allerdings auch die Therapeutinnen und Therapeuten des Klinikzentrums Bad Sulza für Fragen und Ratschläge bereit. Mittels Chat-Funktion in der App können sie kontaktiert werden und etwa bei Bewegungsabläufen unterstützen.

Neben der Bewegung geht es in der Prävention allerdings auch um psychische Resilienz und gesunde Ernährungsgewohnheiten. Auch diese Themen werden in der App und dem modularen Präventationsplan mit abgedeckt. „Nach den zwölf Wochen unter Anleitung folgen dann noch einmal zwölf Wochen, bei denen die Teilnehmenden das Gelernte in den eigenen Alltag integrieren sollen. Danach kommen sie für drei Tage zurück ins Klinikzentrum, um gemeinsam das Erlebte auszuwerten und weitere Schritte zu besprechen“, so Mark Förste.

Eine Hand hält ein Smartphone vor einem Bildschirm
Das Klinikzentrum Bad Sulza bietet Reha-Maßnahmen, unter anderem für die Deutsche Rentenversicherung an. Foto: Paul-Philipp Braun

Betriebliches Gesundheitsmanagement neu gedacht: Prävention als Teambuilding-Chance

Einen besonderen Ansatz sieht der Klinik-Geschäftsführer in der Kombination des Bad Sulzaer Angebots und eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM): „Damit könnten wir vielen Unternehmen eine echte Unterstützung sein. Zugleich könnten wir im Austausch gezielte Angebote für die jeweilige Berufsgruppe entwickeln und das RV Fit-Programm bietet die Chance, zum Teambuilding beizutragen.“ Bislang werde, so Förste, das Angebot jedoch vorrangig von Einzelpersonen nachgefragt, die Vernetzung mit Unternehmen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt beginne erst langsam.

Der Präsident der IHK Erfurt, Peter Zaiß, und Hauptgeschäftsführerin Dr. Cornelia Haase-Lerch hatten die Toskanaworld AG bei der Sommertour 2025 besucht und waren auf das herausragende Angebot zur Gesundheitsprävention aufmerksam geworden. Sie versprachen, sich noch stärker für die Vernetzung und den Austausch im Bereich des BGM einzusetzen.

Text, Fotos: Paul-Philipp Braun
Bearbeitung, Redaktion: Benjamin Voßler

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Steffen Schulze

Steffen Schulze

Tel: 0361-3484219

E-Mail: schulze@erfurt.ihk.de

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